Katzenseelsorge

Heute nachmittag: Zwei ältere Damen kommen zu mir zum Beerdigungs-Gespräch. Als ich ihnen öffne, läuft ihnen Maya entgegen, unsere Katze.

Die beiden Damen sind (natürlich) völlig begeistert: „Oooch! Sie haben eine Katze! Ist die süüüsss!“ – „Ne ganz Schwarze! Und wie niedlich die ist…“

„Ja,“ sag ich, „das ist ne Pfarrerskatze, ganz schwarz und ein Beffchen am Hals.“ Die beiden Damen gucken genau hin, und es stimmt: Maya hat am Hals einen großen weissen Fleck.

Inzwischen sind wir im Dienstzimmer angekommen; die beiden Damen sitzen in den bequemen Stühlen, und Maya lässt sich genussvoll den Hals kraulen. Das Eis ist schon gebrochen, und das Gespräch geht gut.

Aber Maya langweilt sich bald, und sie läuft im Zimmer herum. „Jetzt werde ich sie bestimmt bald rauswerfen müssen,“ sag ich noch, „sie ist erst sieben Monate und immer so verspielt…“ Da passiert es auch schon: Maya springt ins Blumenfenster und lässt sich von der Gardine herab in die Kakteen fallen.

Also fang ich an, – mitten im Bestattungsgespräch – die Katze durch das Dienstzimmer zu jagen, die sich natürlich nicht fangen lassen will. Die beiden alten Damen feuern mich noch an: „Gleich haben Sie sie!…“ und ich denke, dass das wohl eine so absurde Situation ist, wie nicht einmal Monty Python sie sich hätte ausdenken können.

Haben wir gelacht!

Ich glaube, die beiden Damen kommen am Freitag völlig entspannt zu der Trauerfeier – besser hätte es wohl nicht gehen können…

3 Gedanken zu “Katzenseelsorge

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