Wenn ich einmal ein Buch schreibe…

Schon vor langer Zeit habe ich mir vorgenommen, irgendwann in meinem Leben ein Buch zu schreiben. Bisher ist nichts daraus geworden; wahrscheinlich ist das Projekt, das ich mir vorstelle, doch erwas ZU ehrgeizig…

Ich hab mir immer gedacht, wenn ich mal ein Buch schreibe, dann wird es so ähnlich sein wie eine Sammlung von E-mails… Ganz viele unterschiedliche Sachen, Einzelteile, die zunächst wie die Container und Module einer Raumstation um die Erde kreisen und sich dann nach und nach wie ein großes Puzzlespiel zusammenfügen und ein ganzes, großes Muster ergeben, wo alles zusammenpaßt und seinen Ort findet und das dann Ich bin (oder DU)… Da würden Stücke aus meinen Predigten in diesem Buch sein, und mathematische Knobelspiele, Kochrezepte, Kurzgeschichten und Tagebuchblätter, Liebesbriefe und Gedichte, Philosophisches, und Satzfragmente „de profundis“ aus dem tiefen Loch… Vielleicht sogar Kritzeleien aus langweiligen Sitzungen, wenn der Verleger mitmacht und der Druck dadurch nicht zu teuer wird… Es würde ein Sachbuch sein, in dem Dinge über riesig große Sachen stehen (Das Weltall, unendliche Weiten…) und über ganz klitzekleine Sachen (Neutrinos, die aus Nichts entstehen, wirklich aus Nichts, einfach so … . …und die dann wieder verschwinden, auch einfach so…), und es würde ein Schachbuch sein, und ein Machbuch, weil Dinge drinstehen würden, die man nachmachen kann, nicht nur die Kochrezepte.

Es wurde ein Phantasiebuch sein – oder auch Fantasy – weil ich über solche Sachen was reinschreiben würde wie die Geschichten über Feen, Kobolde und andere „kleine Leute“, die sie sich in Irland erzählen, und ich würde reinschreiben, daß ich in Delphi in Griechenland total traurig war, daß es das Orakel und die Phytia und alle ihre Priester dort nicht mehr gibt, nur noch das Loch und den Stein in ihrem Tempel, den Platz, an dem sie geweissagt hat… Ich hätte sie gern so manches gefragt, damals… vor sechs Jahren waren wir da… Heute würde ich sie auch manches fragen, aber andere Sachen…

Eine Landkarte würde dabei sein, von Phantásien, weil ich Landkarten total faszinierend finde und sie mir stundenlang angucken kann, egal, ob es die Landkarte von Deutschland ist (da findet man immer wieder neue seltsame Ortsnamen wie „Sprockhövel“ oder „Irxleben“) oder die Karte von Afrika (Marrakesch! Sansibar! Timbuktu!!!) oder Asien (Omsk!! Irkutsk!! Novosibirsk!!!)… Ich würde versuchen, statt eines Inhaltsverzeichnisses diese Karte durch meine Gedankenwelt zu zeichnen, dann könntest Du, die das liest, Dir selbst Deinen Weg durch mein Buch suchen… Die Karte könnte man auch rausnehmen und an die Wand hängen, und sie wäre schön und bunt und kompliziert wie ein Mandala, oder wie die Skizzen vom menschlichen Stoffwechsel, die immer bei den Medizinstudenten an der Wand hängen, und man könnte sie stundenlang angucken und seltsame Namen finden…

Ich würde keine CD-Rom dazulegen, das gibts schon so oft… Meine Schwester hat ein Lexikon von Bertelsmann, darin sind Folien mit eingebunden, auf die so Ringe geprägt sind, die aussehen wie kleine Schallplatten. Dazu gibt es ein elektrisches Kästchen, das stellt man auf diese Ringe, und das spielt diese kleinen Schallplatten ab, und man kann hören, wie der amerikanische Präsident sagt: „Isch binn ain Börlinna!“ und wie die Titanic untergeht und wie Caruso singt… Wenn Multimedia, dann würd ich so was in meinem Buch haben wollen, und Bilder zum selber ausmalen, und vielleicht ein paar Dias hinten drin…für wirklich große Landschaftsaufnahmen. Es gibt Landschaften, für die sind selbst die Doppelseiten der GEO-Hefte zu klein (Schleichwerbung), die muß man auf der Leinwand sehen, am besten in einem IMAX-Kino (Schleichwerbung OFF)…

Es wäre sicher auch ein Kinderbuch. Puuh-der-Bär wäre drin und Pippilotta Viktualia Ephraimstochter Langstrumpf (samt Tommy und Annika) und Alice, die „Maus“ und „Wickie“, und das kleine elektrische Kästchen würde „Ich bin der König im Affenstall“ singen, aus dem Dchungelbuch von Disney, dafür müßte ich zwar Gebühren an die GEMA bezahlen, wenn ich mein Buch nicht verschenken will, aber das wär es schon wert. Und eine Pop-up Seite wäre drin, wenn man die aufklappt, springt so ein dreidimensionales Ding hoch, und wenn man dann den Daumen auf eine bestimmt Stelle drückt, dann funktioniert diese Seite „in Echt“ als Radio. Das wird mit der Körperwärmeenergie betrieben, der Daumen wird dabei immer ein winziges bißchen kalt, aber nicht doll, denn so viel Energie braucht ja ein Radio nicht, und das Radio ist mit silbernen Fäden auf das Papier gedruckt, die den Strom leiten, und die komplizierten Sachen sind in einer winzigen integrierten Schaltung unter einem i-Punkt versteckt, so klein sind die heutzutage… Sowas hätte mich als Kind beeindruckt…

Eine Art Kalender müßte auch in dem Buch sein, die Art, die man immer wieder benutzen kann. Kein Terminkalender, der einen immer nur hetzt, sondern ein Kalender wie das Kirchenjahr, der einem hilft, die Zeit einzuteilen, ihr einen Rhytmus zu geben und dann dazu zu tanzen… Schön wäre es, wenn der ein bischen symbolisch und mystisch wäre… In dem Buch „Das Kartengeheimnis“ von dem Menschen, der „Sofies Welt“ geschrieben hat (Ist Dir schon mal aufgefallen, daß ich mir absolut keine Namen merken kann, äh, uhm…. oh – Du? :)) ) hat der einen Kalender erfunden, der funktioniert mit Karten, und es gibt dann ein Kreuzjahr, ein Pik-Jahr, ein Karojahr und ein Herz-Jahr, und im Kreuzjahr ist immer Schaltjahr, und jede Karte steht für eine Woche, angefangen mit Karo-Zwei und so weiter… Sowas hätte ich auch gern mal erfunden… Vielleicht kann man ja auch aus dem Schachspiel eine Art Kalender machen… Und dann würde ich ein paar eigene Feiertage erfinden, an denen könnten sich dann die Leute treffen, die mein Buch gelesen haben, und sie könnten zusammen den Springer-Tag feiern, Bier trinken und ungesundes Zeug essen, sich als Pferd verkleiden und herumhüpfen… Oder am Turmtag treffen sie sich an Orten, die auf jedenfall höher als 150 Meter über dem Erdboden liegen müssen, (der Berliner Funkturm reicht gerade dazu…) und dann machen sie sich in ritueller Weise über die kleinen Leute lustig, die da unten rumwuseln, das bringt Spaß!!!

Ein Spiel müßte mit dabei sein, das man je nach Lust und Laune entweder als Würfelspiel spielen könnte, damit die Kinder mitspielen können, sowas wie Mensch-ärger-dich-nicht, oder man könnte es auch als ziemlich anspruchsvolles Denkspiel spielen, wie Go oder Halma, und am besten müßte man beides gleichzeitig spielen können, damit Kinder und Erwachsene zusammen spielen können…

Anscheinend würde es ein ziemlich dickes und schweres Buch werden, man könnte es also in einer großen Kiste aus Holz verkaufen, mit Messingbeschlägen dran, wie eine Piratenkiste, und es könnte dann auch so Einiges an Piratenzeugs dabei sein, ein Sextant, zum Beispiel, weil das Wort so lustig ist, und ein kleines Fernrohr zum Auseinanderziehen und Zusammenschieben, weil solche Fernrohre so lustig sind, und eine Augenklappe, ein Händehaken und ein Holzbein zum Anschnallen, weil Piraten so lustig sind. Aber nur, wenn man an der Nordsee ist. Für die Ausgabe, die in Bayern verkauft wird, müßte stattdessen eine Grubenlampe mit rein, und ein Pickel, dann könnte man nach Gold graben wie die Zwerge (die find ich zwar nicht lustig, aber trotzdem…), und die Kiste wäre eine Schatzkiste, für Bergarbeiter oder Piraten, je nachdem… Oder man könnte das Buch verschenken, an die, die man liebt, dann ist es auch eine „Schatz“-Kiste…

2 Gedanken zu “Wenn ich einmal ein Buch schreibe…

  1. Vielleicht ist es auch… EIN BLOG? Weil… das ist es, was die Leute machen. Aufschreiben was sie wichtig finden. Und vielleicht, was sie lieben.
    Übrigens das war NICHT der Jostein Garder der diesen Kartenkalender erfunden hat. Ich kannte das schon Anfang der Siebziger und ich liebte es. Deswegen:

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    • Ich habe im Laufe der Jahre genau das zu vermuten gelernt: dass dieses Blog eigentlich genau das Buch ist, das ich immer schreiben wollte. Es ist alles da, sogar das eingebaute Radio. Nur die wunderbare Kiste fehlt, die man sich ins Bücherregal stellen kann. Aber, mit ein Bisschen Casemodding am E-Book-Reader….

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