Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist…

Andacht in der Evangelischen Schule Großziethen

1. Es tut mir leid. Ich hab’s vermasselt.
Du hast mir vertraut, aber ich habe Dein Vertrauen missbraucht.
Ich habe dich angelogen. Ich habe Dein Geheimnis verraten.
Ich habe mein Versprechen nicht gehalten. Ich war Dir untreu.
Du wolltest mein Freund sein, Du hast mich geliebt,
aber ich habe Dich beleidigt und weggestoßen von mir.
Ich habe Dir weh getan. Ich habe Dich verletzt.

Jetzt stehe ich vor Dir und weiß nicht, was ich sagen soll.
Ich fühle mich schrecklich. Es tut mir leid.
Du bist mein Freund, meine Freundin! Kannst Du mir verzeihen?
Ich bitte Dich um Entschuldigung. Sei mir nicht länger böse.
Vergib mir!

Ich will meinen Fehler nicht wiederholen, ich will mich ändern.
Wirst Du mir helfen, ein anderer Mensch zu werden?


2. Wir sind schuld. Wir sind zu Tätern geworden.
Wir haben andere zu Opfern gemacht.
Von unserem Land ist Krieg ausgegangen.
Ein Krieg, der ganze Völker gemordet hat.

Sechs Millionen Juden sind tot.
Unzählige Soldaten aus Frankreich, England, Polen, Russland…
Und dazu Menschen, Frauen, Männer, Kinder…
Schülerinnen und Schüler wie wir.
Verblutet im Bombenhagel.

Wir waren nicht dabei. Wir haben es nicht miterlebt.
Es waren unsere Großeltern, die damals die Gewehre in Händen hielten,
die damals die Granaten bauten, die Panzer, die Flugzeuge.
Aber wir sind trotzdem nicht frei von Schuld.
Könnt Ihr uns verzeihen, ihr Völker der Welt?

Vergebt uns, Ihr Nachkommen der Toten von einst!
Helft uns, dass nie wieder so schreckliche Verbrechen in deutschem Namen geschehen.


3. Wir sind schuld.
Wir verbrauchen diese Welt, als gäbe es noch eine, noch viele davon.
Wir haben nur diesen einen Planeten, nur eine Welt.
Nur diese Luft, die wir atmen,
nur dieses Wasser, das wir trinken,
nur diese Erde, auf der unser Brot wächst.

Wir verbrauchen Öl, Kohle, kostbare Rohstoffe,
als würde keine weitere Generation nach uns kommen.
Als würden in hundert Jahren keine Menschen mehr leben,
die atmen, essen, trinken und leben wollen wie wir.

Was werden wir unseren Kindern sagen?
Was unseren Enkeln und deren Zeitgenossen?
Was werden unsere Nachkommen über unsere Generation sagen?
„Sie haben gierig und selbstsüchtig unsere Welt verbraucht
und uns nur die Reste gelassen…“

Werden sie uns verzeihen können?
Werden sie uns vergeben, unsere Kinder, Enkel, Urenkel?
Können wir uns ändern?
Bleibt uns überhaupt noch Zeit zur Buße,
zu einem neuen Denken, zu einem anderen Leben?


4. Vor Dir, Gott, stehe ich. Mit meiner Schuld.
Ich habe das Vertrauen meiner Freunde missbraucht.
Ich habe Menschen verletzt, die ich liebe.
Ich habe Menschen enttäuscht, die mich lieben.
Vor Dir, Gott, stehe ich. Mit meiner Schuld.

Vor Dir, Gott, stehe ich. Ich bin ein Sünder.
Unser Volk hat Krieg über die Welt gebracht.
Noch heute sterben Menschen für unseren Reichtum,
für unsere Bequemlichkeit, für unseren Wohlstand.
Vor Dir, Gott, stehe ich. Ich bin ein Sünder.

Vor Dir, Gott, stehe ich.
Wir Menschen zerstören selbstsüchtig und gierig die Welt, in der wir leben.
Wir verbrauchen gedankenlos und kurzsichtig in einem Jahrhundert die Rohstoffe,
die in Millionen Jahren gewachsen sind.
Vor Dir, Gott, stehe ich.

Ich bekenne vor Dir, Gott:
Ich bin einer von denen, die nicht fröhlich genug geglaubt,
nicht brennend genug geliebt und nicht treu genug gebetet haben.
Ich lebe, als ob es Dich, Gott, gar nicht gäbe.
Ich lebe, als gäbe es keinen Gott, keinen Tod, keine Grenze, kein Ende der Welt.
Ich lebe, als wäre ich selbst Gott und kein anderer neben mir.
Ich lebe, als wäre da nur ich…


Schenke mir einen neuen Anfang, mein Gott!
Schenke mir ein neues Herz und einen freien, fröhlichen Geist.
Vergib mir meine Schuld und halte mir meine Fehler nicht vor.
Mache aus mir ein Zeichen dafür, dass Friede siegt.

Gib mir Mut und Begeisterung, etwas zu ändern,
gib mir den Glauben, dass es nicht egal ist, was ich sage und tue.
Öffne meine Augen für die Menschen neben mir..
Gib Mut zum Händereichen, zur Rede, die nicht lügt.

Ich weiß: Es ist nicht meine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es ist aber meine Schuld, wenn sie so bleibt.
Darum gib meinem Leben einen Sinn und ein Ziel,
damit die Welt am Leben bleibt.

4 Gedanken zu “Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist…

  1. „Darum gib meinem Leben einen Sinn und ein Ziel,
    damit die Welt am Leben bleibt.“ Nein, darauf kann man lange warten, da wird nichts kommen. Sinn & Ziel müssen von einem selbst erarbeitet werden.

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    • Stimmt, aber den Segen Gottes brauchen wir. Der, der uns das Leben geschenkt hat, der hat sich ja auch was gedacht dabei. Wenn sich sein Sinn und Ziel mit unserem trifft dann sind wir nicht mehr aufzuhalten. Dann wird es….grossartig!

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  2. Ich denke, das jeder Mensch jederzeit die Möglichkeit,
    die Chance hat zu v-ER-ändern.
    Wohl gemerkt dass Veränderung nicht irgendwo da draußen beginnt,
    sondern in mir selbst.
    Für den Anfang wäre es schon sehr hilfreich, wenn mehr Achtsamkeit gelebt werden würde…! Segen!
    M.M.

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