Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

Ich hasse Teelichte!

Im Urlaub gönne ich mir etwas Besonderes. Lecker essen in einem guten Restaurant. Feines Porzellan,silbernes Besteck, Stoffservietten, Rosen in der Vase. Mundgeblasene Gläser, in denen der Rotwein leuchtet. Das Essen auf dem Teller lässt die Seele jubeln, es sieht schon wunderbar aus. Und es duftet! Ich ahne, welcher Aufwand hier in der Küche betrieben wird.

Aber eins stört mich: Im kristallenen Kerzenhalter blinkt ein schnödes Teelicht, mit Aluschale, so, wie es sie in jedem Supermarkt und 99cent-Shop gibt.

Wo so ein Licht beim Candle-light-dinner leuchtet, zweifele ich schnell auch an der Qualität des Restaurants. „Was willst Du denn, die sind doch praktisch!“ sagt meine Frau. Richtig. Das ist aber Fertig-Ei aus dem Tetrapack auch. Und Tiefkühlbratlinge sowieso.

Mit Kerzen habe ich seit meiner Grundschulzeit viel Schönes verbunden. In der ersten Klasse durften wir zur Adventszeit eine eigene Kerze mitbringen, und ich kann mich heute noch erinnern, wie aufgeregt ich war, als meine Oma mit mir zu Woolw*rth ging und ich mir einen schönen Kerzenständer aus Messing und eine leuchtendrote Tischkerze dazu aussuchte. Es war ein beinahe heiliger Moment, als die Kerze dann bei der Adventsandacht in der Schule angezündet wurde.

Das tollste an den Geburtstagen meiner Teenie-Zeit war immer das Auspusten der Kerzen am Geburtstagskuchen. Und wenn ich an meine Zeit im Studentenwohnheim zurückdenke, denke ich immer auch an die große, dickbauchige Weinflasche, die ich mit unzähligen Tropfkerzen zu einem bunten Kunstwerk verwandelt habe.

Ich liebe das warme, lebende Licht einer Kerzenflamme, und ich liebe auch den Duft eines ausgepusteten Streichholzes… Ich liebe den Duft des Adventskranzes in der Wohnung und das kleine Ritual, das meine Frau und ich immer einhalten, wenn am Sonntag morgen eine Kerze mehr entzündet wird…

Ich finde es schön, dass es auch in evangelischen Kirchen immer mehr die Möglichkeit gibt, eine Kerze vor einem Altar anzuzünden und zu beten, und wenn ich dann gehe, bleibt meine Kerze da und betet sozusagen weiter…

Teelichte gehören aber ins Stövchen – und sonst nirgendwohin…

8 Gedanken zu “Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

  1. Pah… ich hab Teelichte hier, und ich liebe die. Mit Vanilleduft und Orange, in Weihnachtsmannform und als kleines Kind in Badehose (viel zu schön zum anbrennen) und ich stelle sie begeistert in bemalte Marmeladengläser, in gekaufte Teegläser mit blauem Aufdruck und in den kitschigen Weihnachtsengel, der die Schale extra für Teelichte in der Hand hält und so abwesend guckt, als habe er gerade was Illegales geraucht. VIelleicht hätte ich eine andere Teelicht-Duftnote für ihn wählen sollen.
    Und in meinem Lieblingsbaumarkt gibt es elektrische Teelichte. Doof? Naja, irgendwie schon. Aber die neueste Generation von denen kann man AUSPUSTEN. Und wieder anpusten. Bringt echt Spaß… 😛

    Liken

    • Teelichte mit Duft? Naja… Okay, das geht irgendwie schon. Sowas hab ich als Teenie auch gemacht. Und Teelichte mit Badehose oder in Weihnachtsmannform sind ja sowieso keine echten Teelichte mehr.

      Für selbstbemalte Marmeladengläser oder Teegläser geht’s auch noch.

      Elektrische auspustbare Teelichte stelle ich immer als Positionsleuchten auf die Treppenstufen zum Pfarrhaus, damit da niemand runterfällt.

      Der bekiffte Weihnachtsengel sieht aber bestimmt mit kleinen Stumpenkerzen viel besser aus.

      Und in Kristallleuchter im Restaurant passt ein Teelicht ungefähr so gut wie eine Neonröhre in einen Weihnachtsbaum…

      Liken

  2. Neulich beim Griechen hatte der Grieche – wer sonst – eine ganz neue, schlanke, weiße Kerze auf unserem Tisch angezündet, das war schön. Solche Kleinigkeiten sind auch wichtig.

    Liken

  3. Ha, jetzt hast du mich zum Schmunzeln gebracht … es stimmt ja, dass in einem ansonsten gediegenen Ambiente ein Teelicht wirklich nicht passt. Genauso wenig wie elektrische Kerzen in einer Kirche (Graus!). Teelichter benutze ich, um eine selbstgemachte Tischdeko zu verschönern, zum Beispiel im Sommer hatte ich mal eine maritime Deko gemacht, mit Teelichtern in leeren Fischkonservendosen, Sand drin, dazu ein blaues Teelicht. Oder ich habe einen Mini-Adventskranz gemacht: 4 Weckgläschen und Tannenzweiglein … Die gesamte Komposition muss eben stimmig sein. Schick verträgt sich nur schlecht mit billig. Was mich allerdings noch mehr ärgert ist, dass die Teelichter häufig schon nach einer Stunde brennen ihren Dienst versagen, zum Beispiel der Docht einfach umkippt. Das ist reine Umweltsünde.
    Hab eine gute Woche!

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s