Der springende Punkt…

Der springende Punkt ist das, worauf es ankommt. Als „punctum saliens“ kommt er schon in antiker Literatur vor. Angeblich entsteht im Inneren des Hühnereis kurz nach dessen Befruchtung ein kleiner roter Punkt, aus dem sich später das Herz des Kükens entwickeln wird. Schon früh beginnt er, rhythmisch zu „hüpfen“. Der springende Punkt ist also das „Herz“ einer Sache, das Wichtigste, das, worauf es ankommt.

Gesprungen wird auch noch in einer anderen antiken Legende. In Olympia trafen sich auch in vorchristlicher Zeit alle vier Jahre die Sportler zu einem vielbeachteten Wettkampf. Neben der Olympiade gab es ähnliche Veranstaltungen auch in Sparta, Epidauros, Athen, Kreta und Rhodos – und vielleicht auch in vielen anderen Städten mit einem großen Stadion.

Eines Tages soll ein Sportler, der in Rhodos im Weitsprung Großes geleistet zu haben vorgab, in Athen ganz besonders großspurig von seinen Erfolgen und Heldentaten geprahlt haben. Keiner glaubte ihm so richtig seine Prahlereien. Schließlich machte man auf einer Bahn im Stadion Platz und forderte ihn auf: „Hic Rhodos, hic salta!“ – „Hier ist Rhodos, springe hier!“

Haltlos zu prahlen – diese Tätigkeit bezeichnete man früher mit dem schönen Wort „bramarbasieren„. Der deutsche Gelehrte Johann Christoph Gottsched griff das Wort auf für die deutschen Übersetzung eines dänischen Lustspiels: „Bramarbas oder der großsprecherische Offizier”.

Dieses Wort kann immer noch verwendet werden, wobei man dann selbst in den Ruf geraten könnte, mit seiner guten Bildung zu bramarbasieren…

(Es gibt ein Gedicht, dessen letzte Zeile heißt so ungefähr „hier sitz ich und bramarbar…“ – ich kanns aber nicht finden. Kann mir jemand von Euch helfen?)

11 Gedanken zu “Der springende Punkt…

  1. Den Teufel werde ich tun und mit MEINER guten Bildung bramabarwasauchimmmer, zumal es schon damit losging, dass ich dachte, der springende Punkt sei die denkbar einfachste Idee für ein Daumenkino.

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  2. Nein, das Gedicht sagt mir nichts. Das Wort sagte mir auch nichts, aber jetzt weiß ich, wo es herkommt, und wer es benutzt hat. Danke Google. Und dann fand ich das Gedicht hier:

    Der Knecht singt gern ein Freiheitslied
    des Abends in der Schenke
    Das fördert die Verdauungskraft
    und würzet die Getränke.

    Vermutlich hattest Du etwas anderes gesucht, aber wer weiß, wann Du das mal gebrauchen kannst…

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  3. Weil er doch immer wieder zu Verunsicherung führt, mich selbst nicht ausgeschlossen:
    “Bei älteren Hennen kann es vorkommen, dass bei der Eibildung kleine Gewebeteile aus dem Legedarm im Ei eingeschlossen werden, die dann beim aufgeschlagenen Ei als Fleisch- oder Blutflecken ersichtlich sind. Dabei handelt es sich nicht um ein angebrütetes Embryo! “
    http://www.eieibio.de/das-bioei.php

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