Die erste Seite…

Ich muss an meine Schulzeit denken. Immer wenn ich ein neues Heft angefangen habe, wollte ich es anders machen auf seinen noch weißen, unbeschriebenen Blättern: Weniger klecksen, ordentlicher schreiben und im Rechnen weniger Fehler…

Ich erinnere mich auch noch an meine Gefühle damals, bei solchen Gelegenheiten: Es war richtig aufregend, den ersten Strich, den ersten Buchstaben auf die weiße, saubere Seite setzen. Schon das Etikett auf dem Umschlag zu beschriften, war schön, fast schon eine Art Zeremonie: Mein Name, mein Heft, ein neuer Anfang, alles wird anders.

Zugegeben, diese Spannung, diese prickelnde Erwartung war meist schnell wieder aufgebraucht. Das hielt nicht lange vor. Vielleicht noch am selben Tag war er wieder da: Der Fehler in der Rechenaufgabe, der Tintenklecks im Aufsatz, die Schmierspuren des Radierers, das durchgestrichene Wort. Aber beim nächsten Mal war es wieder schön, aufregend und eine Freude… das neue Heft… der Anfang… damals als Kind.

Ob wir als Erwachsene das besser machen?

3 Gedanken zu “Die erste Seite…

  1. Ich habe von Janina das schönste – leere – Buch der Welt im letzten Jahr zu Weihnachten bekommen. Mit alt aussehenden gelben Seiten, einem uuuralten Einband, Metallecken, sebstgebunden… ich liebe, liebe, LIEBE es. Und kann absolut nichts hineinschreiben. JETZT ist dieses Buch voller Geschichten, voller sauber geschriebener Seiten, voller endloser Möglichkeiten. Wenn ich hineinschriebe, würde ich es all seiner Möglichkeiten berauben.

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  2. Oh, genau so bei mir!! Und jedes meinet analogen Notiz- und Skizzenbücher trägt diesen Zauber inne. Aber ich kann mich mittlerweile gegen „new book, new me“ abgrenzen und frei von der leber weg loslegen, denn alles andere ist selbsteinschränkung an der gefähtlichsten, riskantesten stelle…

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  3. Da habe ich ein déja vu. *lächle* Ich habe, wenn es irgend ging, erst auf die zweite Seite geschrieben, damit die erste blütenweiß blieb … na, im Leben muss man die erste Seite, den ersten Moment (be)nutzen. Achtsamkeit ist hier das Zauberwort. Liebe Grüße von Holda Stern!

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