Wer feiert schon mit Brot?

Es ist ein heiliges Geheimnis.
Nicht für den Verstand gemacht,
das man es begreifen könnte,
verstehen und erklären
mit den Begriffen der Philosophie
oder der Soziologie
oder der vergleichenden Religionswissenschaft.

Es gibt keine Worte, die überzeugen,
keine Schautafeln oder Diagramme,
die jemanden überzeugen könnten,
der daran zweifelt.

Es ist ein heiliges Geheimnis.
Auch das Gefühl greift zu kurz,
bei denen, die es erleben,
denn eigentlich ist da nichts.

Nur Brot.
Nur Wein.
Nur das Wort.

Nichts, was die Phantasie weckt
oder die Geschmacksnerven kitzelt.
Nichts, was Anlass wäre, zu vertrauen,
dass da mehr ist, was hoffen läßt
dass Gott da ganz nah ist..

Der Herr Jesus,
in der Nacht,
da er verraten ward,
nahm er das Brot…


Um Brot ging es am Anfang.
Grundnahrungsmittel.
Einfach, aber lebensnotwendig.
Gewöhnlich, und doch kostbar.
Erst, wenn es fehlt,
spürt man, wie sehr man es braucht.

Aber wenn es Grund zum Feiern gibt,
isst man kein Brot.
Dann ist Zeit für Kaffee und Torte,
für Donauwellen und Käsekuchen
für Sachertorte und Schwarzwälder Kirsch.

Dann ist Zeit für Hirschbraten mit Speck,
für Rehrücken oder Hasenpfeffer,
wenigstens aber Kassler mit Sauerkraut
oder Würstchen und Kartoffelsalat.

Wer feiert schon – mit Brot?

Jesus
dankte
und brach’s
und gab’s seinen Jüngern
und sprach:
Nehmt,
esst;
das ist mein Leib,
der für euch gegeben wird.
Tut das in Erinnerung
an mich.


Jesus nimmt das Brot.
Grundnahrungsmittel.
Einfach, gewöhnlich,
lebensnotwendig.

Und er dankt dafür.
Weil es nicht selbstverständlich ist.

Das ist mein Leib,
für euch gegeben.
Einfach, gewöhnlich,
lebensnotwendig.

Mit dem Brot gibt er sich.
Und sie teilen das Brot,
teilen IHN auf unter sich.
Werden eins,
ein Leib.
Sein Leib.

Gebrochen wie ein Brot.
In Stücke gerissen
vom Hunger der Menschen.
Verschlungen von denen
die in Not sind.
Die im Dunklen wohnen.
Die keinen Hirten haben.
Die zerstreut sind wie die Schafe.

Jesus kennt ihre Not,
ihre Dunkelheiten,
ihre Einsamkeit,
ihren Hunger.

Dafür gibt er sich hin.
Um den Hunger zu stillen.
Den Hunger nach Gott
und den Hunger nach Brot.


Ebenso nahm er
auch den Kelch
nach dem Mahl

Wein.
Etwas anderes hatte man damals nicht.
Alles andere verdarb zu schnell.
Mit Wasser vermischt,
war er erfrischend und wohltuend.
Löschte den Durst.
Wein erfreut das Herz des Menschen.

Mit Wein kann man leben.
Mit Wein kann man feiern.

Im richtigen Maß macht er fröhlich,
verbindet und vereint.
Wein ist Gastfreundschaft.
Wein ist Zeichen der Symphatie.
Verträge und Verabredungen
werden mit einem Glas Wein besiegelt.

Zuviel nimmt dem Menschen die Kontrolle.
Zuviel macht betrunken,
lässt den Menschen taumeln,
wanken und stürzen.
Zuviel trennt einen Menschen vom anderen.

Jesus dankte
und gab ihnen den
und sprach:
Nehmt
und trinket alle daraus.
Dieser Kelch
ist der neue Bund
in meinem Blut;
das für Euch vergossen wird
zur Vergebung der Sünden.


Das tut,
so oft ihr daraus trinkt,
zur Erinnerung
an mich.

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