Spätsommerabend auf dem Land

Die Tageshitze ist verraucht. Die Sonne steht schon tief, sehr golden streichelt das Licht über die Stoppelfelder. Die Vögel sind müde. Der Himmel färbt sich Blau.

Die Luft riecht noch nach heißem Gras. In der Ferne surrt ein letztes Motorrad, dann kehrt Ruhe ein. Ein träger Abendwind spielt lustlos mit den Blättern der Bäume an der Straße. Die letzten Falter suchen schwankend in der Luft nach Fledermäusen. Alles vergeht. Herr, es ist Zeit.

Weit oben zieht ein Flugzeug seine weiße Bahn hinter sich her, die Wolken sehen ihm verwundert hinterdrein. Die Luft summt noch vom Grillenzirpen. Doch nachts ist es empfindlich kalt.

So geht der Tag. Und hinter Allem höre ich noch einmal diesen tiefen dunklen Glockenton des Sommers, als ob das Firmament nun leise selbst erklingt, sich hörbar machen will, bevor es Platz macht für das Regengetröpfel und das Sturmgeheul im Herbst.

2 Gedanken zu “Spätsommerabend auf dem Land

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s