Musik im Advent = Dolly Parton

Vierter Advent…

Nach der Begeisterung über die unbekannten Form des schwedischen Festgesangs, über die schon länger vertrauten Balladen von Angelo Branduadi und nicht zuletzt über die faszinierende Musik von der amerikanischen Singer/Songwriterin Cora Rose ist der vierte Teil der Adventszeit die Gelegenheit, endlich in Weihnachtsstimmung zu kommen.

Natürlich weiß ich, dass es an Weihnachten um ganz andere Dinge geht – eigentlich -, aber ab dem vierten Advent gehört für mich auch Kitsch und Kram dazu. Zelebrieren wir Tannenzweige und rote Schleifen in der Wohnung, Kerzenlicht und glitzernden Lametta-Schmuck, Lichterketten am Fenster und endlich auch die Weihnachtskrippe auf dem Bord neben der Vase mit der Amaryllis.

Mandarinen und Datteln, Walnüsse und Mandelkekse stehen in einer schönen Schale auf dem Tisch, und ein kleines Stoffsäckchen mit Nelken und Anis verbreitet weihnachtlichen Duft.

Und nun ist es Zeit für diese besondere Musik, die man sich zu keiner anderen Jahreszeit freiwillig anhören würde, die aber jetzt unbedingt sein muss: Weihnachtslieder.

Natürlich gehören bei Pfarrers die ganz alten Klassiker dazu: „Es ist ein Ros‘ entsprungen“; „Maria durch ein Dornfeld ging“; „Kommet, ihr Hirten“ – das ganze Gesangbuch, aber noch nicht „Stille Nacht“, das heben wir uns auf für den Heiligabend, und auch der Weihnachtsbaum muss noch so lange auf dem Balkon warten.

Als ich noch bei meinen Eltern wohnte, nahm mein Vater eine Musikcassette auf mit den Liedern, die Lord Knut in seiner Sendung Evergreens a gogo spielte, die deutschen Weihnachtsevergreens, die wir alle aus unserer Kindheit kennen. Ich habe inzwischen eine Kopie von dieser CD bekommen…

Und nun singt bei mir zu Hause Wencke Myrrhe: „Morgen, Kinder, wird was geben“ (und Lord Knut flüstert dazwischen „Mitsingen!“); Roy Black singt „Weihnachten, Weihnachten bin ich zu Haus“. Bei „Stille Nacht“ muss ich immer grinsen, weil meine Mutter und ich uns jedes Mal wieder über den „Owie lacht“-Witz amüsiert haben. „Zwei Spuren im Schnee führn herab aus weiter Höh'“ – und das Lied von dem rotnasigen Rentier ist natürlich auch auf dem Band. Und bei „Sankt Niklas war ein Seemann“ bekomme ich bis heute Gänsebraten. Ora pro nobis!

Für euch habe ich das Video einer Sendung mit Dolly Parton hier hinein kopiert. Dieses Stück Kultur aus den achtziger Jahren zeigt sehr deutlich die Stimmung, die mich in den letzten Tagen der Adventszeit überkommt. Dann bin ich plötzlich wieder Kind, die Augen leuchten, das Herz schlägt schneller und die Seele ist voller Vorfreude: vier Mal werden wir noch wach, heissa, dann ist Weihnachtstag!

Habt Ihr auch schon so eine Playlist für den Heiligabend vorbereitet? Was gehört für euch unbedingt darauf? Und denkt Ihr auch, dass Dolly Parton fast ein bisschen wie Donald Druck klingt, wenn sie zwischen ihren Liedern von alten Familiengeschichten erzählt?

2 Gedanken zu “Musik im Advent = Dolly Parton

  1. Ich mag sehr gerne die alpenländische Folklore, vor allem, wenn einzelne Familien musizieren mit den traditionellen Instrumenten wie Zither, Flöte, Geige. Zum Beispiel: „Es wird scho glei glumpa“ oder „Andachtsjodler“. Dann liebe ich auch die Stimme von „Mahalia Jackson“, für mich die größte Gospelsängerin überhaupt.

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  2. Ich bin als Kind in den Kessel gefallen, mein Vater war Kirchenmusiker… Das reicht eigentlich fürs ganze Leben.
    Gerade in einer Gemeinde gelandet, wo auch das deutschsprachige Gesangbuch noch hoch im Kurs steht, merke ich aber, wie die alten Lieder mich neu berühren. Als die Organistin vorgestern ein Medley aus deutschen Weihnachtsliedern gespielt hat – ooooh… seitdem habe ich „in dulci iubilo“ im Ohr, seit 20 Jahren nicht gesungen und gleich wieder präsent.

    Aber eine „Playlist“ habe ich nicht. Eher die Sehnsucht nach Stille. Die Welt ist so laut, man hört ja die Engel nicht mehr!

    Deko ist die Sache der Pfarrfrau. Ich sag da nix. Mir reicht Kerzenlicht, aber echtes muß es sein, kein elektronisches. Das hat seinen Platz in der Krankenhaus- und Altenheimseelsorge, aus Sicherheitsgründen; auf meinem Tisch steht eine brennende Kerze.

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