Auf den letzten Drücker… Tage vor der Wahl.

In einer Woche wird in Deutschland gewählt. Viele Menschen haben bereits per Briefwahl abgestimmt; andere wissen schon lange, wo sie am Sonntag ihr Kreuzchen machen werden. Aber erstaunlich viele Wahlberechtigte geben an, immer noch unentschlossen zu sein – und das kann ich einfach nicht verstehen!

Heute abend kommt im Fernsehen das dritte und letzte „Triell“ – aber was soll da eigentlich geschehen, damit die Zusehenden überzeugt werden und sagen „Ah, okay, das hat mich überzeugt, nun werde ich mich für diese oder jene Partei entscheiden, mit Gründen und in staatsbürgerlicher Verantwortung.“ – und nicht nur aus einem Bauchgefühl heraus?

Seit Wochen wiederholen Kandidatinnen und Kandidaten die immer gleichen Floskeln vor den Kameras und Mikrophonen der Sendeanstalten, Radiosender, Internetblogs und Influenzer, machen mehr oder weniger glaubhafte Versprechen und beschwören die noch unentschlossenen Wählerinnen und Wähler, sich für sie stark zu machen. Ich kann das schon gar nicht mehr hören; es stößt mich einfach nur ab. Das heutige „Triell“ werde ich mir nicht anschauen.

Haben denn alle, die jetzt noch nicht wissen, wie sie sich entscheiden werden, die letzten Jahre verschlafen? Haben sie nicht Zeitung gelesen, Nachrichten gehört, Talkshows oder Sondersendungen gesehen? Wer sich nur einigermaßen informiert hat, weiß doch, was er von den großen und mittelgroßen Parteien zu erwarten hat, sie sind doch alle nicht neu auf der politischen Bühne! Politische Akteure, die in den vergangenen Jahren nicht für Umweltschutz, bessere Bildungschancen für alle und Gleichberechtigung eingetreten sind, werden das auch in Zukunft nicht tun – gleich, was sie jetzt vollmundig ankündigen. Und Parteien, die in der letzten Legislaturperiode nichts gegen zu hohe Mieten, Ausländerfeindlichkeit und Verkehrschaos in unseren Städten getan haben, werden das auch in den kommenden vier Jahren nicht tun. Man kann wissen, was man bekommt – worauf genau also warten die Unentschlossenen noch?

Es kann wohl sein, dass ich in der langen Liste auf dem Wahlschein gar keine Partei finde, die mich hundertprozentig und restlos überzeugt, dass ich glaube, im besten Fall immer nur das kleinste Übel wählen zu können – aber dann ist das eben so! Niemals wird man ein demokratisches Gremium finden, mit dem man sich nicht gern über dieses oder jenes streiten möchte, das ist normal! Aber deshalb zu sagen „Dann gehe ich eben gar nicht wählen…“ ist einfach nur dumm. Denn eine Enthaltung ist praktisch wie eine Stimme für die Parteien, die man am Wenigsten an der Macht sehen will.

Und es ist auch einfach nur dumm, aus Protest irgendeine radikale Gruppierung oder eine Spaßpartei zu wählen. Leute, denen man kein Auto abkaufen würde, neben denen man nicht gern wohnen würde oder denen man nicht abends in der Seeterrasse bei einem Glas Wein gern ein paar Stunden zuhören könnte, die wählt man auch nicht! Wer pöbelt, Hasstiraden verfasst und gern menschenverachtende Parolen brüllt, der gehört in keinen Stadtrat, kein Regionalparlament und schon gar nicht in den Bundestag!

Gebraucht einfach Euren gesunden Menschenverstand und ein Erinnerungsvermögen, das weiter zurück reicht als das eines Goldfisches in einem Einmachglas – und geht nächsten Sonntag wählen. Das Triell und die ganzen anderen Wahlveranstaltungen in dieser letzten Woche könnt Ihr Euch dann gerne schenken…

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