Einmal im Jahr…

…kommt ein Handwerker von unserer Heizungsfirma vorbei und überprüft die Anlage, die Fußbodenheizung und die Luft/Wärmepumpe draußen auf dem Dach. Er füllt Wasser nach, guckt, ob noch alles dicht ist und ob die elektronische Steuerung optimal eingestellt ist.

Dieses Jahr sind es sogar zwei – der Meister hat einen Lehrling mitgebracht. Und während da geschraubt und gemessen wird, sitze ich in meinem Büro und denke darüber nach, wie gut es mir geht: ich muss nicht frieren, habe ein Dach über dem Kopf, werde jeden Tag satt und lebe größtenteils ohne Angst…

Ich erinnere mich an die Zeit vor fünfzig Jahren, als ich täglich Kohlen aus dem Keller geholt habe, damit meine Oma den Ofen anheizen konnte. Der Ofen in der guten Stube wurde sorgfältig mit Papier und Holz gefüttert, und dann immer wieder eine Schippe Steinkohle dazu… Die heiße Luft rumpelte fauchend durch das Ofenrohr in den Kamin, es wurde gemütlich warm. Und ich erinnere mich auch an diesen ganz besonderen Geruch, nach verbranntem Holz, Kohlenstaub und heißem Metall…

Wenn wir Badetag hatten, wurde im Badezimmer der schmale hohe Badeofen angeheizt; es dauerte fast zwei Stunden, bis das Wasser in dem Boiler richtig heiß war. Der Inhalt reichte dann gerade für eine Wanne voll mit warmen, duftenden Schaumbad, in dem alle Kinder, wir drei, zusammen planschen konnten. Das war ein Höhepunkt in der Woche, denn an den anderen Tagen gab es nur kalte Wäsche mit dem Waschlappen und der Kernseife…

Nach dem Umzug hatten wir eine Wohnung, die mit Erdgas beheizt wurde. Dafür gab es eine Therme im Badezimmer, in der dauernd eine kleineblaue Zündflamme brannte, ein ewiges Licht, fast wie in der Kirche. Immer, wenn jemand den heißen Wasserhahn aufdrehte, gab es ein bellendes Geräusch, „WUFF“, und dann brannte eine ganze Reihe hellblauer Flammen, leuchtend nebeneinander wie Zähne in einem Mund. Manchmal hat mich dieses „Wuff“ mitten in der Nacht geweckt, denn die Therme wärmte auch die Heizkörper in der Wohnung und ging manchmal ohne Vorwarnung los…

Heute höre ich manchmal die Wärmepumpe auf dem Dach surren, ähnlich wie die Lüfter im meinem Computer. Ich habe mir erklären lassen, dass sie ungefähr so funktioniert wie ein Kühlschrank, nur dass es hier auf die Wärme ankommt, die in der Wohnung bleibt, während die Kälte draußen aus dem Kasten aus dem Dach geblasen wird. Die Wärme wird nicht „erzeugt“, sondern von draußen nach drinnen „gepumpt“, darum heißt das Ding ja auch Wärmepumpe.

Sie ist energiesparend und umweltfreundlich, und außerdem billiger als eine Zentralheizung mit Erdöl, wie die Nachbarn sie haben.

In den sechs Kirchen meiner Gemeinden haben wir ganz unterschiedliche Heizungssysteme, manchmal elektrisch, manchmal mit Gas, eine Kirche kann gar nicht geheizt werden… Auch da geht jedes Jahr ein Handwerker nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Zum Glück sind da gerade keine großen Probleme zu erwarten. Renoviert werden muss auch so genug…

Ich glaube, hier in der Wohnung sind die Techniker gleich fertig, ich gehe noch einmal Kaffee machen, um sie zu verabschieden….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s