Das Lexikon der unbenutzten Wörter

Wenn ich Zeit habe, auf Irgendetwas warten muss oder nicht einschlafen kann, spiele ich Spiele in meinem Kopf. Zum Beispiel suche ich nach unbenutzten Wörtern.

Spannend finde ich, wie sich die Bedeutung vieler Worte verändert, wenn man unterschiedliche Vorsilben davor setzt:

Wenn man einen Aufsatz schreibt, sollte man viel Einsatz zeigen. In jedem Absatz des Textes stehen dann interessante Gedanken. Zusätzlich sollte man Quellenangaben einfügen, dann hat später niemand etwas an der Arbeit auszusetzen. Sie sind in vielen Fällen ein sinnvoller Zusatz.

Man kann unterstellen, dass der Lehrer dann ein gutes Zeugnis ausstellen wird, das dann mit der Post zugestellt wird. Mit einem guten Zeugnis wird man in einer guten Firma angestellt… Mit der richtigen Einstellung kann man es dann weit bringen. Jedenfalls stelle ich mir das so vor.

Man kann annehmen, dass ein klug geführtes Unternehmen solche Bewerber aufnehmen wird, denn wer bereit ist, auch anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen, kann dem Chef viel Mühe abnehmen. Der Einfluss eines solchen Menschen wird zunehmen, mit einem guten Gehalt kann er im Überfluss leben – oder er geht halt zu einer anderen Firma, die ihm mehr zahlt. Man muss ja nicht hinnehmen, dass manche Unternehmer ihre Mitarbeiter auf unfaire Weise ausnehmen…

Und so weiter und so fort…

Es gibt aber auch jede Menge solcher Verbindungen, die noch nicht verwendet werden. Was könnte zum Beispiel „Unterfluss“ bedeuten? Ist ein solches Wort überflüssig oder wird es irgendwo dringend gebraucht? Ist es vielleicht „unterflüssig“, weil es fehlt, weil es so ein Wort noch gar nicht gibt?

Man kann angeben wie eine Lore Affen, man kann eine Runde ausgeben, trinkt man zu viel, muss man sich übergeben… Man kann etwas hingeben, indem man es übergibt, man gibt es her, dann hat man es aufgegeben: zugegeben – das Wortfeld ist fast vollständig besetzt, aber braucht man nicht noch das Wort „hintergeben“? Sucht man danach immer vergeblich?

Es wäre wohl die Ausnahme, so ein Wort zu gebrauchen, man würde es wohl auch nicht sofort verstehen. Es müsste ein Lexikon der unbenutzten Worte geben, in dem man nach Worten wie „eingiebig“, „unterflüssig“, „überstützen“ und „gegenunter“ gibt. Mitunter könnte das doch ganz nützlich sein. Jedenfalls wäre es nicht überflüssig.

2 Gedanken zu “Das Lexikon der unbenutzten Wörter

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