Advice, wasted on the youth… Use Sunscreen!

Der einzige wirklich zuverlässige Rat, den ein Mann in den späten Vierzigern der Jugend mit auf ihren Weg geben kann, ist dieser: BENUTZT Sonnencreme!

Benutzt Sonnencreme!

Dieses Lied habe ich zum ersten Mal gehört, als ich selbst gerade mal so fünfundzwanzig Jahre alt war, und es ist mir dieses Jahr im Urlaub wieder eingefallen. Der Duft von Sonnencreme gehört mit zu meinen frühesten (und schönsten) Kindheitserinnerungen. Die Cremes hießen Delial, Piz Buin und Nivea oder auch Tiroler Nußöl und hatten diesen ganz besonderen Geruch von Sommer und Sonne, von heißem Sand unter den Füßen und Möwengeschrei in der Luft.

Nach dem Einreiben war die Haut noch stundenlang klebrig, und wenn man dann einige Zeit am Strand gespielt hatte, sah man aus wie ein paniertes Schnitzel. Wahrscheinlich war ein guter Teil der Sonnenschutzwirkung dieser Cremes darauf zurückzuführen, dass man, wenn man sie benutzte, sowieso den größeren Teil des Tages unter einer zentimeterdicken Sandschicht versteckt erlebte… Ins Wasser bin ich nämlich an der Ostsee nur selten gegangen, denn es gab fast jeden Tag viel angeschwemmten Seetang und Algen, die ich eklig fand, und dazu noch jede Menge grauselig-glibschige Quallen, die mit ihren Nesselarmen noch fieser brannten als die Brennnesseln, die rechts und links an dem Wanderweg vom Strand zu unserem Hotel wuchsen.

Auf den Packungen der Sonnenschutzcremes stand schon damals die magische Zahl des Lichtschutzfaktors: bei einer Creme mit LSF 4 konnte man vier mal so lange in der Sonne spielen, Sandburgen bauen und ferngesteuerte Boote am Dorfteich fahren lassen wie ohne Creme, bis die Haut rot wurde und man einen Sonnenbrand bekam. Es gab auch Sonnencremes mit höheren Lichtschutzwerten, aber bei LSF 12 war damals Schluss – es war noch vor der Entdeckung des berüchtigten Ozonlochs – , und solche hochwirksamen Cremes waren auch fast unbezahlbar, und man brauchte sie eigentlich auch nur in den Bergen beim Ski-Fahren, wenn der Schnee die Sonne noch einmal reflektierte… Moderne Sonnencremes mit Lichtschutzfaktoren von dreißig und mehr waren damals völlig unvorstellbar – wozu sollte man die brauchen?


Heute scheint es aber Menschen mit so empfindlicher Haut zu geben, die schon nach fünf Minuten Sonnenbrand und Hitzepickel bekommen – die können dann mit Sonnencreme und vier Zentimetern Sand auf der Haut immerhin auch unter der brutalen Sonne von 2022 noch zwei bis drei Stunden auf den Terrassen ihrer Wellness-Hotels brutzeln, auch wenn sie danach dann aussehen wie ein gegrilltes Huhn…

In Amerika soll man schon jetzt Sonnenschutz mit dreistelligen Lichtschutzfaktoren kaufen können, und in der gar nicht fernen Zeit der transplanetaren Raumfahrt wird es Cremes geben, deren Werte man in wissenschaftlicher Notation ausdrücken muss: Piz Buin hyper ultra safe total sun blocker creme mit Lichtschutzfaktor 3,8*10^8 erlaubt es dann dem sonnenhungrigen raumfahrenden Urlauber, auch auf der Sonnenseite des Merkur ein stundenlanges Solarerlebnis zu genießen und dabei eine nahtlose Bräune zu entwickeln, während ungeschützte badefreudige Organismen an der selben Stelle innerhalb von Sekundenbruchteilen zu einem nicht wiedererkennbaren kartoffelchipartigen Haufen Krebszellen zusammenschrumpeln würden.

Denn auch in den Zeiten der interstellaren Raumfahrt wird sich der einzige Rat bewähren, den ein erfahrener Mann der Jugend mit auf ihren Weg geben kann:
Trust me on sunscreen…

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